Das Interesse an rheumatologischen Krankheitsbildern ist weiterhin uneingeschränkt hoch - dies vor allem, weil nicht nur die internistischen Kolleginnen und Kollegen während ihres Studiums bzw. ihrer Weiterbildung viel zu selten oder im ungünstigsten Falle überhaupt nicht mit klassischen und seltenen rheumatologischen Krankheitsbildern in Berührung kommen, sondern auch, weil viele weitere Fachgebiete täglich mit entzündlichen Gelenkerkrankungen, Kollagenosen und Vaskulitiden in Kontakt kommen bzw. diese aufgrund des anhaltenden Rheumatologenmangels mitbehandeln müssen.

Um dieses Defizit wenigstens teilweise ausgleichen zu können, wurde bereits vor 10 Jahren die Rheumatologische Sommerakademie ins Leben gerufen, um nicht nur den angehenden Internistinnen und Internisten mit Schwerpunkt Rheumatologie, sondern auch den Kollegen verwandter Fachgebiete in einem "Intensivkurs" die Rheumatologie nahezubringen und diese sogar möglicherweise für eine (zusätzliche) Weiterbildung in diesem internistischen Schwerpunkt zu begeistern.

Die DGRh unterstützt diese Idee mit voller Überzeugung und hat sehr gerne die Schirmherrschaft für dieses Projekt übernommen.

Prof. Dr. Ulf Müller-Ladner, Präsident der DGRh (2015-2016)

 

Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen,

mit der neuen WBO, die 2020 bundesweit umgesetzt sein wird, hat sich der Weiterbildungsinhalt von bisher zu absolvierenden Untersuchungszahlen hin zum Erlernen von kognitiven und methodischen Kompetenzen erweitert. 

Handlungskompetenzen mit Erfahrungen und Fertigkeiten der internistischen Basisbehandlung von entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen, sowie entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates sind bereits im gemeinsamen Inhalt („common trunk) der Facharzt-Weiterbildung im Gebiet Innere Medizin vorgesehen. 

In den wenigsten Fällen wird man sich nach drei Jahren allgemeine Innere Medizin fundiert für einen Schwerpunkt entscheiden können. Besonders trifft dies für den Schwerpunkt „Rheumatologie“ zu, der in internistischen Weiterbildungsstätten selten vorzufinden sein wird.

Die kognitiven Fähigkeiten in Anamnese, klinischem Blick und Kenntnissen der klinischen Immunologie in Verbindung mit der ärztlichen Kunst des Handanlegens machen das Fach Rheumatologie anspruchsvoll, aber auch spannend.

Moderne Untersuchungsverfahren in Bildgebung und Labor machen komplexe Krankheitsbilder mit vielfältigen Symptomen fassbar. 

Innovative therapeutische Möglichkeiten, u.a. mit Biologika und JAK-Inhibitoren, ermöglichen eine zielgerichtete Beeinflussung des Immunsystems mit dem realistischen Ziel der Remission von Erkrankungen wie z.B. der Rheumatoiden Arthritis, die noch zur Jahrtausendwende häufig von Invalidität und verkürzter Lebenserwartung geprägt war.

Mit unserem intensiven Schnupperkurs, der nicht nur den „trunk“ ( mit inneren Organen), sondern auch die „Anhänge“ mit wichtigen Beziehungen zu Nachbarfächern wie Dermatologie, Neurologie, Ophthalmologie und der operativen Rheumaorthopädie beleuchten wird, möchten wir Ihnen, die sich in der Basisweiterbildung der Inneren Medizin befinden, nicht nur rheumatologische Handlungskompetenz vermitteln, sondern auch Begeisterung für ein Fach wecken, welches ohne großen technischen Aufwand sowohl für die Arbeit in der Klinik, als auch für eine spätere Tätigkeit in der Praxis interessant ist. 

Es werden Sie nicht nur neue methodische Kenntnisse erwarten, sondern auch gleich die Umsetzung in praktische Handlungskompetenz durch unsere Patientenvorstellungen. 

In diesem Sinne freuen wir uns, Sie in entspannter Klausuratmosphäre in Potsdam und Haigerloch begrüßen zu dürfen.

Prof. Ina Kötter, Dr. Johannes Mattar